Mobilität und Service an Bord
Flugzeuge zählen nicht zu den barrierefreiesten Verkehrsmitteln, die die Welt heute zu bieten hat. Sie sind laut, eng und verlangen von jedem Reisenden für die Flugzeit den Verzicht auf einen Teil des Komforts und die persönlichen Gewohnheiten: Ein normaler Rollstuhl passt nicht in ein Flugzeug und auch der Gang zur Toilette kann angesichts der Enge schon mal zur Akrobatik werden.
Wer eine Behinderung hat, sollte also vorher wissen, auf was er oder sie sich einlässt. Die Einschränkungen lassen sich dadurch minimieren. Informieren Sie auf jeden Fall die Flugbegleiter beim Einsteigen über ihre Behinderung – zumindest wenn es eine nicht sichtbare Behinderung ist und Sie es für sinnvoll halten, dass das Personal darüber bescheid weiß. Fragen Sie gegebenenfalls nach dem Purser. Die Flugbegleiter werden Sie vielleicht fragen, wie Sie sie unterstützen können. Scheuen Sie sich nicht nach einem Kissen zu fragen, wenn Sie damit besser sitzen oder erklären Sie, wie man mit Ihnen am besten kommuniziert, wenn Sie gehörlos oder schwerhörig sind. Flugbegleiter sind in der Regel sehr serviceorientiert und werden alles dafür tun, um auch Fluggästen mit Behinderungen eine angenehme Reise zu ermöglichen.
Sitzplatz
Achten Sie bei der Buchung, spätestens jedoch beim Check-In darauf, dass Sie einen Sitzplatz zugewiesen bekommen, der ihren Bedürfnissen entspricht. Einige körperbehinderte Fluggäste sitzen lieber am Fenster, um sich anlehnen zu können, andere lieber am Gang, um nicht durch die ganze Reihe rutschen zu müssen. Erklären Sie dem Personal, warum es wichtig ist, Sie nicht irgendwo hinzusetzen. Wenn Sie mit dem Bordrollstuhl ins Flugzeug gebracht werden oder wenn sie gehbehindert sind, ist es unter Umständen sehr unpraktisch weit hinten zu sitzen. Die Gänge sind sehr eng und es ist ein Unterschied, ob man 40 oder nur 10 Sitzreihen hinter sich bringen muss. Wenn Sie Economy Class fliegen, bitten Sie, im ersten Drittel dieser Klasse sitzen zu können, um ihnen und dem Personal weitere Unannehmlichkeiten zu ersparen. Erklären Sie dem Personal am Check-In, dass Sie ihnen so das Reisen erleichtern.
Viele Fluggesellschaften haben unterdessen Flugzeuge im Einsatz, bei denen auch die äußeren Armlehnen hochklappbar sind. Dies ist insbesondere für Rollstuhlfahrer praktisch, die vom Bordrollstuhl auf den Sitz rutschen müssen. Aber auch Menschen mit einer Gehbehinderung erleichtert es das Hinsetzen und Aufstehen, wenn die Armlehne nach oben geklappt werden kann. Nicht in jeder Sitzereihe ist das möglich. Wenn Sie darauf angewiesen sind, einen Platz mit einer klappbaren Armlehne zu nutzen, weisen Sie bei der Buchung und am Check-In darauf hin. Viele Fluggesellschaften haben in ihrem System vermerkt, welche Reihen das sind. Sind alle Sitze mit klappbarer Armlehne belegt, bitten Sie darum, dass das Personal am Gate einen Sitzplatztausch vornimmt.
Einige Fluggesellschaften erlauben Passagieren mit Behinderungen nur auf bestimmten Sitzplätzen zu sitzen. Ist der Sitzplatz zu weit hinten oder entspricht nicht ihren behinderungsbedingten Bedürfnissen, teilen Sie das dem Personal mit und bitten Sie um einen anderen Sitzplatz.
In der Verordnung der EU über die Rechte von behinderten Flugreisenden und Flugreisenden mit eingeschränkter Mobilität (Anhang II), die am 26. Juli 2008 in Kraft tritt, heißt es zu “Hilfeleistungen des Luftfahrtunternehmens” in einer Aufzählung:
“Auf Wunsch Bemühen im Rahmen des Möglichen nach besten Kräften um Sitzvergabe entsprechend den Bedürfnissen des jeweiligen behinderten Menschen oder der jeweiligen Person mit eingeschränkter Mobilität, vorbehaltlich der Sicherheitsanforderungen und der Verfügbarkeit.”
2002 haben viele europäische Fluggesellschaften eine Selbstverpflichtung zum Umgang mit behinderten Passagieren unterzeichnet. Darin heißt es:
“Passagiere mit eingeschränkter Mobilität haben gleiche Wahl in der Sitzverteilung, Sicherheit vorausgesetzt. Wenn der Wunsch aus Sicherheitsgründen nicht erfüllt werden kann, wird die Fluggesellschaft dies klar und unmissverständlich erklären.”
Essen
Wer einmal die Liste mit der Menüauswahl von Fluggesellschaften gesehen hat, kann erahnen, wie unterschiedlich die Essgewohnheiten der Menschen sind. Von asiatisch-vegetarisches Hinuessen bis zum lactovegetarischen Essen europäischer Art ist alles an Bord zu bekommen – man muss es nur vorher bestellen. Wenn Sie also eine bestimmte Diät einhalten müssen, teilen Sie das der Airline am besten bei der Buchung mit.
Wenn Sie aufgrund ihrer Behinderung nicht selbstständig essen können und alleine reisen, können Sie nicht erwarten, dass die Flugbegleiter sie füttern. Entweder Sie verzichten auf das Essen oder reisen mit Assistenz. Wenn Sie nicht sehen können, wo sich was auf dem Teller befindet, fragen Sie die Flugbegleiter. Sie werden es Ihnen sicher gerne erklären.


